Neuauflage der Brötchentüten-Aktion

Projekt „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ geht dank Bäckerei Schöllkopf in die nächste Runde/ Große Resonanz

Freude über die Neuauflage der Bäckertüten-Aktion bei Uta Panke, Simone Halle-Bosch, Christine Pahle und Hermann Schöllkopf (von links). Foto: Gabriel Habermann

„Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“: Es sind wichtige Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche auf der Brötchentüte notiert. Foto: Gabriel Habermann


Von Yvonne WeirauchSchorndorf.

„Es ist eine tolle Aktion, die wir sehr gerne weiter unterstützen“, sagt Bäckermeister Hermann Schöllkopf und stellt zwei gebündelte Pakete voller bedruckter Bäckertüten auf den Tisch.
Für ihn passt beides bestens zusammen: hochwertige Backwaren aus der eigenen Backstube und ein Projekt mit gesellschaftlichem Mehrwert. Gemeint ist die Aktion „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte! – Kinderschutz geht uns alle an“, die nun eine Fortsetzung erfährt.

Bereits im März hatten die Schorndorfer Nachrichten über die auffälligen Brötchentüten berichtet.
Die Initiative war Teil des Masterplans Kinderschutz, mit dem das Mehrgenerationenhaus Familienzentrum Schorndorf verschiedene präventive Maßnahmen zur Stärkung des Kinderschutzes auf den Weg gebracht hat. Eine davon: Bäckertüten, bedruckt mit einer klaren Botschaft und wichtigen Hilfsangeboten für Kinder und Jugendliche.
An der Aktion beteiligten sich neben den traditionellen Bäckereien Maurer und Schöllkopf auch Hasan Usta mit seiner Bäckerei sowie die „Balkan-Bäckerei“. Darüber hinaus wurden die Tüten über den Schulkiosk des Burggymnasiums und den Pausenverkauf am Max-Planck-Gymnasium verteilt.

Dass die Aktion nun fortgesetzt werden kann, freut Uta Panke von der Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement , ebenso wie Simone Halle-Bosch, Leiterin des Familienzentrums. Denn die Initiative von Familienzentrum, Kinderschutzbund und Jugendamt erhält neuen Rückenwind: Dank der Unterstützung von Hermann Schöllkopf wurden weitere 50.000 Brötchentüten produziert. Finanziert wurde der Nachdruck durch die Bäckerei Schöllkopf sowie zusätzliche Fördermittel der LAG.

Was auf den Tüten zu sehen ist, fällt sofort ins Auge: Der Slogan „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte! – Kinderschutz geht uns alle an“, ein QR-Code und der Hinweis „Hilfe holen zeigt Mut“. Ergänzt wird dies durch drei wichtige Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche: den Sozialen Dienst Schorndorf, die „Nummer gegen Kummer“ sowie einen Online-Beratungschat.Verkaufskräfte wurden auf die Botschaft angesprochen

„Wir haben Rückmeldungen bekommen, dass die Bäckertüten aufgefallen sind und darüber gesprochen wurde – und damit haben wir schon viel erreicht“, sagt Halle-Bosch. Auch Christine Pahle aus dem Schöllkopf-Team berichtet, dass die Verkaufskräfte immer wieder auf die Botschaft angesprochen wurden und die Aktion erläutert hätten. „Aber genau das wollen wir erreichen“, sagt Hermann Schöllkopf. Eine Bäckerei sei schließlich auch ein Ort der Begegnung. Zudem werde eine bedruckte Tüte oft nicht sofort weggeworfen, sondern noch einmal gelesen.Die Tüten werden erneut über die Schöllkopf-Filialen in Schorndorf sowie an den Schulkiosken verteilt. „Den Raum Weinstadt haben wir noch hinzugenommen“, berichtet Christine Pahle.

Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte „Top-3-Größe“, wie sie im Unternehmen genannt wird. Drei Brötchen oder drei Brezeln passen genau hinein. „Das ist die gängigste Brötchentüte bei uns“, sagt Schöllkopf. Bei Simone Halle-Bosch und ihrem Team ist die Freude groß, dass die Aktion nicht einfach ausgelaufen ist. „Es ist toll, dass Hermann Schöllkopf als Mensch und als Unternehmer hinter diesem Projekt steht und es auch fördert“, sagt sie.Ideen für weitere Projekte gehen nicht aus

Und was passiert, wenn die neuen 50.000 Tüten verteilt sind? „Wir bleiben in Kontakt“, sagt Hermann Schöllkopf und lacht. Für neue Projekte sei er immer offen. Zunächst wartet jedoch ein anderes Vorhaben auf den Bäckermeister: Im Herbst liefert seine Bäckerei rustikale Brötchen auf den Cannstatter Wasen – in mehrere große Festzelte und Imbissbetriebe. Auch im Familienzentrum hofft man auf weitere gemeinsame Aktionen. Denn die Erfahrung zeigt: Wenn engagierte Partner zusammenarbeiten, lassen sich wichtige Themen mitten in den Alltag der Menschen tragen. Oder, wie Uta Panke sagt: „Ideen gibt es ja viele.“

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