Kinderschutz

Bäckertüten-Aktion als Abschluss

Familienzentrum Schorndorf und Partner setzen mit Aktion „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ Zeichen zum Kinderschutzprojekt

Von Yvonne Weirauch

„Gewalt kommt uns nicht in die Tüte! – Kinderschutz geht uns alle an“. In diesen Tagen wird der Aufdruck auf Bäckereitüten in Schorndorf auffallen. Ergänzt wird er durch einen QR-Code und den Hinweis: „Hilfe holen zeigt Mut“. Darunter finden Kinder und Jugendliche drei wichtige Kontaktmöglichkeiten: den Sozialen Dienst Schorndorf, die Nummer gegen Kummer und einen Online-Beratungschat. Was es damit auf sich hat, haben die Verantwortlichen des Familienzentrums Schorndorf des Kinderschutzbundes, des Jugendamtes und Bäckerei-Vertreter sowie eine Schulkioskbetreiberin und zwei Schulsprecher erläutert.

Kinder brauchen Schutz – und eine Gesellschaft, die hinsieht. Im Rahmen des Masterplans Kinderschutz hat das Mehrgenerationenhaus Familienzentrum Schorndorf mehrere präventive Maßnahmen in Schorndorf zu Stärkung des Kinderschutzes initiiert (wir berichteten). Zum Abschluss gibt es nun noch mal eine besondere Aktion. „Für einen begrenzten Zeitraum werden Bäckertüten mit einer klaren Botschaft sowie wichtigen Hilfsnummern bedruckt“, so die Leiterin des Familienzentrums, Simone Halle-Bosch, und Dörthe Weiß, stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutz-Kreisverbandes.

Hocherfreut sei das Team gewesen, dass sofort Bäckereien auf diesen Vorschlag angesprungen seien, erzählen Verena Uber-Dick vom Familienzentrum und Uta Panke (Ehrenamtsförderung in der Flüchtlingshilfe, Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement). Neben traditionellen Bäckereien wie Maurer und Schöllkopf, beteiligen sich auch Hasan Usta mit seiner Bäckerei und die „Balkan-Bäckerei“, sowie auch der Schulkiosk des Burggymnasiums (BG) und der Pausenverkauf im Max-Planck-Gymnasium. Buket Mataraci, Betreiberin des BG-Kiosks, betont: „Ich habe selbst zwei Kinder und finde die Aktion großartig. Ich erreiche genau die richtige Zielgruppe.“Jedes dritte Kind ist von Gewalt betroffen

Lisa Gebhardt, Fachbereichsleiterin Frühe Hilfen beim Kreisjugendamt, unterstützt die Initiative: „Die Nummern auf den Tüten sind hilfreich – man muss nur den Mut haben, sie zu nutzen.“ Sensibilisierung sei entscheidend, denn jedes dritte Kind ist von Gewalt betroffen.“

Auch das Schöllkopf-Team zeigt sich begeistert. Anja Pahle und Christine Pahle betreuen die 23 Filialen vom Rems-Murr-Kreis bis Stuttgart. „Zwei unserer Filialen, in der Welzheimer Straße und im toom-Baumarkt, werden die Backwaren in diese Tüten packen“, sagt Anja Pahle. „Unsere Mitarbeitenden entscheiden selbst, wann die Tüte Sinn macht.“In der Botschaft steckt Wichtigkeit

Schöllkopf sei die erste Bäckerei, „die sich bei uns zurückgemeldet hat“, sagt Simone Halle-Bosch erfreut.Wo die Tüten natürlich auch gut aufgehoben sind – beim Pausenverkauf im Max-Planck-Gymnasium. Lena Trost, erste Schülersprecherin, und ihr Stellvertreter, Enrique Gallego Carrera, sehen in der Botschaft die Wichtigkeit, die sich so „leicht verbreiten lässt“.

Auf den jeweiligen Theken werden kleine Aufsteller auf die Aktion aufmerksam machen. Dazu kommen verschiedene Sticker, die verteilt oder angebracht werden können, ergänzt Halle-Bosch. Insgesamt wurden 1500 Tüten in Auftrag gegeben – finanziert aus dem bestehenden Budget. „Wir beobachten die Resonanz und hoffen, dass Sponsoren die Aktion unterstützen, um noch mehr Tüten bedrucken zu können. Auch Bäckereien sind eingeladen, sich zu beteiligen. Aber zunächst wollen wir sehen, wie es läuft“, so die Beteiligten.

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